Abteilung für Gleitringdichtungen

Eine der effektivsten Methoden zur Dichtung rotierender Wellen erfolgt über Gleitringdichtungen. Diese bestehen aus zwei senkrecht zur Achse der rotierenden Welle angeordneten planen Flächen (weshalb sie manchmal auch als „Radialflächendichtung“ bezeichnet werden). Eine Fläche ist am Ausrüstungsgehäuse oder dem jeweiligen Behältnis befestigt, während die andere an der Welle fixiert ist und somit mit dieser rotiert. Durch Reibung verursachte Wärme und Verschleiß werden durch einen zwischen den Dichtungsflächen beibehaltenen Schmierfilm möglichst gering gehalten. Gleitringdichtungen ähneln somit Axiallagern.

Bei vielen Anwendungen werden Gleitringdichtungen inzwischen Dichtpackungen vorgezogen. Dies lässt sich hauptsächlich auf folgende Vorteile zurückführen:

  • weniger Verschleiß (durch geringere Reibung)
  • reduzierte Wärmeerzeugung (durch geringere Reibung)
  • niedrigerer Energieverbrauch (durch geringere Reibung)
  • reduzierte Wartungsanforderungen (durch geringeren Verschleiß)
  • bessere Kontrolle einer Wellenleckage (durch extrem niedrige oder nicht vorhandene Fluidemissionen)

Bei Gleitringdichtungen handelt es sich um Präzisionsvorrichtungen, für die im Allgemeinen im Vergleich zu Weichpackungen eine vorsichtigere Installation und höhere anfängliche Kosten erforderlich sind.

ATEX-Richtlinie 94/9/EG

Die ATEX-Richtlinie (auch "ATEX 95" genannt) für „Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen“ ist seit 1. Juli 2003 zwingende Vorschrift. Trotz dieser Tatsache ist die Auslegung, wie sich diese Richtlinie auf Gleitringdichtungen bezieht, noch immer größtenteils unklar.

Von Mitgliedern der ESA-Abteilung für Gleitringdichtungen wurde deshalb ein Positionspapier zusammengestellt, das in dieser Hinsicht für Klarheit sorgen soll.

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Maschinenrichtlinie 98/37/EG und 2006/42/EG

Mitglieder der ESA-Abteilung für Gleitringdichtungen sind der Auffassung, dass Gleitringdichtungen nicht von der ursprünglichen oder neuen Richtlinie gedeckt werden. Ein Positionspapier ist erhältlich, das in dieser Hinsicht für Klarheit sorgen soll.

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Richtlinie 97/23/EG über Druckgeräte

Die ESA hat sich von mehreren Einrichtungen in Europa, darunter auch vom Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten e.V. (VDMA) und dem Department of Trade and Industry (dti, Großbritannien) darüber beraten lassen, wie sich die Richtlinie über Druckgeräte (PED) auf Gleitringdichtungen auswirkt. Ein Positionspapier ist erhältlich, das in dieser Hinsicht für Klarheit sorgen soll.

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BVT-Leitfaden zur Dichtungstechnologie

Die Dichtungstechnologie ist Bestandteil nahezu aller von der EU IPPC-Richtlinie. gedeckten Bereiche. In den meisten veröffentlichten BREF-Merkblättern werden jedoch trotz allem nur begrenzt Informationen und Leitlinien zu Dichtungsoptionen bereitgestellt. Aus diesem Grunde hat die ESA einen BVT-Leitfaden zur Dichtungstechnologie, veröffentlicht, der sich mit besten verfügbaren Techniken für Dichtungslösungen befasst, die die Anforderungen der IPPC-Richtlinie erfüllen müssen.

Dichtungsforum

Dieses Dokument ist eine weltweite Sammlung von Fachbeiträgen führender Techniker im Bereich rotierende Anlagen und stellt einen ausgewobenen Überblick zu bei einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzten mechanisch abgedichteten und dichtungslosen Systemen bereit. Von diesen Experten werden unvoreingenommene Berichte über eigene Erfahrungen mit verschiedenen für rotierende Anlagen erhältlichen Optionen geschildert Dieses Dokument ist ein "Muss" für alle, die rotierende Anlagen einsetzen!

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine gemeinsame auf Englisch und auf Deutsch erhältliche ESA+FSA Veröffentlichung.

Andere Dokumente

Mitgliedsfirmen sind ständig nach Verbesserungen bestrebt, wenn es um Forschung und Entwicklung geht. Dies hat bei Gleitringdichtungen zu fortwährend höheren Leistungen geführt, wobei das Design der heutzutage auf dem Markt erhältlichen Dichtungen hochmoderne Technologie aufweist. In Erwartung zunehmender Umweltvorschriften wurden neue Generationen an Gleitringdichtungsprodukten entwickelt, durch die kosteneffektive Lösungen für die Emissionskontrolle bereitgestellt werden. In Bezug auf emissionsarme Einzeldichtungen und Doppeldichtungen konnte eine zuverlässige erhöhte Nutzungsdauer von 3+ Jahren erzielt werden. Dies wurde durch die Verwendung verbesserter Designs, hochwertiger Dichtflächenmaterialien, Detailgenauigkeit bei der Fertigung und Montage sowie eine verbesserte Dichtungskammerumgebung ermöglicht. Diese Fortschritte bei der Dichtungstechnologie gehen Hand in Hand mit verbesserten Installations-, Wartungs- und Betriebsverfahren, um so diffuse Emissionen erheblich reduzieren zu können und dem Benutzer damit wesentliche Einsparungen zu ermöglichen.

Die meisten heutzutage auf dem Markt erhältlichen emissionsarmen einzelnen Gleitringdichtungen, bei denen moderne Materialien und hochentwickelte Technologie zum Einsatz kommen, weisen unter normalen Betriebsbedingungen einen zuverlässigen Betrieb mit Emissionen, die gewöhnlich unter 1 g/h liegen, auf.

Bei den heutzutage auf dem Markt erhältlichen doppelten Gleitringdichtungen mit Sperrflüssigkeit betragen die Emissionen im Wesentlichen Null, was gewöhnlich als "mit existierender Messgerätetechnologie nicht messbar bezeichnet wird". Diese Dichtungsanordnungen können eine sehr hohe Emissionskontrolle bereitstellen und erfüllen auf globaler Ebene selbst strengste Umweltvorschriften. Entsprechende Leistungshöhen wurden von unabhängigen Benutzern nach längerer Verwendungsdauer vor Ort bestätigt.

Aufgrund dieser Entwicklungen hat die Abteilung für Gleitringdichtungen ein Dokument vorbereitet, das Informationen und Leitlinien zu Folgendem bereitstellt:

  • Leistung moderner, emissionsarmer Gleitringdichtungen
  • Anwendungsempfehlungen
  • Erfüllung, was Anforderungen der Umweltgesetzgebung betrifft

Dieses Dokument ist für Originalhersteller, Engineeringfirmen und Endbenutzer in den Prozessindustrien vorgesehen. Das Dokument trägt den Titel, "Meeting emission legislation requirements with today's advanced technology mechanical seal systems" (Erfüllung der Emissionsgesetzgebungsanforderungen mit den heute erhältlichen hochentwickelten Gleitringdichtungssystemen) (ESA-Veröffentlichung Nr. 005/95).

Obwohl viele in diesem 1995 veröffentlichten Dokument enthaltenen Informationen auch noch für gegenwärtige Verfahren in Bezug auf mechanische Dichtung relevant sind, enthält der BVT-Leitfaden zur Dichtungstechnologie (siehe oben) aktualisierte Angaben hierzu. Folglich sollte der BVT-Leitfaden bei der Erwägung neuester Technologieoptionen zur Kontrolle diffuser Emissionen in Gleitringdichtungen.

Empfehlungen für sichere Wellendichtungen aus der ESA-Veröffentlichung Nr. 005/95:

Bereich Max. Leckrate (g/h) Spezifisches Gewicht des Prozessfluids Akzeptable Dichtungslösung
1 2.5 - 24 >0.4 - Universaleinzeldichtungen
- hochentwickelte Einzeldichtungen
- drucklose doppelte (Tandem)-Dichtungen
- doppelte (zweifache) Druckdichtungen
2 0.5 - 2.5 >0.5 - 0.7 - hochentwickelte Einzeldichtungen
- drucklose doppelte (Tandem)-Dichtungen
- doppelte (zweifache) Druckdichtungen
3 <0.5 >0.4 - hochentwickelte Einzeldichtungen mit Ablass an ein geschlossenes Entlüftungssystem
- drucklose doppelte (Tandem)-Dichtungen mit Ablass an ein geschlossenes Entlüftungssystem
- doppelte (zweifache) Druckdichtungen
<0.4 - doppelte (zweifache) Druckdichtungen

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